Schrötter startet mit Platz sechs in die zweite Saisonhälfte & Sturzpech für Lüthi

In einem schwierigem 19-Runden-Rennen in Brünn holte Dynavolt Intact GP-Pilot Marcel Schrötter den sechsten Platz und verbesserte sich in der WM um eine Position. Für Tom Lüthi war der Große Preis von Tschechien leider schon in der vierten Runde vorbei.

Am Rennsonntag im Automotodrom Brno war die Sonne nach einem verregneten Samstag zurückgekehrt. Bei angenehmen Temperaturen von 24°C konnte der Moto2-Motorrad Grand Prix von Tschechien vor den gespannten Augen von mehr als 85.000 Besuchern gestartet werden.

Das Rennen von Marcel Schrötter begann zuerst sehr vielversprechend, wurde dann aber zunehmend schwieriger. Schon nach zwei Runden lag er an dritter Position. Ganze sechs Runden lang befand sich der 26-Jährige auf Podiumskurs, bis langsam, aber sicher Luca Marini immer näher kam und schließlich überholte. Kurze Zeit später musste der Bayer auch Jorge Navarro den Vortritt lassen.

Mit stark nachlassenden Reifen konnte Marcel Schrötter die Pace nicht mehr halten und als währenddessen auch Enea Bastianini unaufhaltsam von hinten angestürmt kam, fiel er auf den sechsten Platz zurück. Zum Schluss konnte der Intact GP-Pilot zum Glück Nicolo Bulega hinter sich halten und zehn Punkte aus Brünn mitnehmen.
Damit verbesserte er sich auf den fünften WM-Rang und liegt mittlerweile nur noch drei Punkte hinter der Top-3!

Tom Lüthi hatte nach dem Qualifying-Reifen-Poker vom Samstag mit Startplatz 12 nicht die beste Ausgangsposition ins zehnte Saisonrennen. Doch dann zeigte der Schweizer einen Raketenstart, mit dem er sich direkt auf die sechste Position katapultierte. Nach einer Berührung, ausgerechnet mit seinem Teamkollegen, fiel er jedoch auf den zehnten Platz zurück. Schon ziemlich bald kam dazu, dass er auf der Bremse nicht so agieren konnte wie gewünscht. Umso mehr pushte er seine Intact GP-Kalex ans Limit, was er leider schon nach drei Runden in Kurve fünf mit einem Sturz bezahlen musste.

Trotz Ausfall bleibt Tom Lüthi der direkte Verfolger von WM-Leader Alex Marquez, der nach erneutem Sieg seinen Vorsprung allerdings auf 33 Punkte ausbauen konnte.

Umso besser, dass der MotoGP-Zirkus von Tschechien direkt nach Österreich weiterzieht, wo sich bereits kommendes Wochenende vom 09. bis 11. August auf dem Red Bull Ring die nächste Möglichkeit bietet, näher zur Spitze aufzuholen sowie in der Teamwertung die WM-Führung des Dynavolt Intact GP-Rennstalls zu verteidigen.

Rennen:
1. Alex MARQUEZ / SPA / KALEX
2. Fabio DI GIANNANTONIO / ITA / SPEED UP
3. Enea BASTIANINI / ITA / KALEX
6. Marcel SCHRÖTTER / GER / KALEX
nc Thomas LUTHI / SWI / KALEX

WUP:
1. Fabio DI GIANNANTONIO / ITA / SPEED UP – 2’01.681
2. Tetsuta NAGASHIMA / JPN / KALEX – 2’01.840 (+0.159)
3. Jorge NAVARRO / SPA / SPEED UP – 2’01.846 (+0.165)
5. Thomas LUTHI / SWI / KALEX – 2’02.067 (+0.386)
7. Marcel SCHRÖTTER / GER / KALEX – 2’02.130 (+0.449)

Weltmeisterschaft-Wertung:
1. MARQUEZ Alex / SPA / 161
2. LUTHI Thomas / SWI / 128
3. FERNANDEZ Augusto / SPA / 110
4. NAVARRO Jorge / SPA / 110
5. SCHROTTER Marcel / GER / 107
6. BALDASSARRI Lorenzo / ITA / 102
7. MARINI Luca / ITA / 101
8. BINDER Brad / RSA / 84
9. BASTIANINI Enea / ITA / 74
10. DI GIANNANTONIO Fabio / ITA / 57
11. NAGASHIMA Tetsuta / JPN / 52
12. GARDNER Remy / AUS / 44
13. VIERGE Xavi / SPA / 39
14. LOWES Sam / GBR / 38
15. LECUONA Iker / SPA / 33

Team-Klassifikation:
1. DYNAVOLT INTACT GP / 235
2. FLEXBOX HP 40 / 225
3. EG 0,0 MARC VDS / 200
4. BETA TOOLS SPEED UP / 167
5. SKY RACING TEAM VR46 / 126
6. ITALTRANS RACING TEAM / 107
7. RED BULL KTM AJO / 97
8. ONEXOX TKKR SAG TEAM / 96
9. FEDERAL OIL GRESINI MOTO2 / 38
10. AMERICAN RACING KTM / 37
11. MV AGUSTA TEMPORARY FORWARD / 22
12. TASCA RACING SCUDERIA MOTO2 / 10
13. RED BULL KTM TECH 3 / 10
14. NTS RW RACING GP / 8
15. PETRONAS SPRINTA RACING / 8
16. IDEMITSU HONDA TEAM ASIA / 7
17. SAMA QATAR ANGEL NIETO TEAM / 4
18. KIEFER RACING / 3

 

Marcel Schrötter

Wir sind heute schlichtweg über die Distanz nicht gut genug gewesen. Ich habe von Anfang an wirklich alles versucht. Die ersten Beiden an der Spitze haben alles richtig gemacht und sich gleich zu Beginn abgesetzt. Ich habe mich wirklich gut gefühlt, aber die letzten elf bis zwölf Runden hat mein Reifen abgebaut. Die letzten sechs Runden war es dann richtig schwer, die Pace zu halten. Ich bin langsamer geworden. Das heißt, wir haben noch Arbeit vor uns. Ich hab mich das ganze Wochenende gut gefühlt, hatte aber immer das Gefühl, dass noch ein bisschen was fehlt. Zum Schluss war es schwer, sitzen zu bleiben. Die Reifen haben extrem nachgelassen. Wir müssen schauen, dass wir auch von den Zeiten her wieder stabiler werden. Der sechste Platz ist kein Desaster. Es war ein gutes Rennen und das ist okay, auch für die Meisterschaft. Wir sind nicht so weit weg, aber wir müssen schauen, dass wir mit den Reifen wieder besser zurechtkommen. Es sind nur Kleinigkeiten, die wir verbessern müssen. Diese wirken sich aber über eine Renndistanz gesehen aus. Daran werden wir auch in Spielberg weiter arbeiten.

 

Tom Lüthi
Ich hatte einen perfekten Start, was sehr gut war. Ich war weiter vorn, doch dann hatte ich eine Berührung mit Marcel. Ich bin fast gestürzt und konnte das zum Glück verhindern. Marcel kann da nichts dafür, er hat mich nicht gesehen. Aber ich habe zu dem Zeitpunkt ein paar Plätze verloren. Danach habe ich sofort gemerkt, dass ich Probleme auf der Bremse hatte. Diese Schwierigkeiten haben wir in den Trainings so nicht festgestellt, aber im Rennen, wo alle dicht aufeinander sind, da hat es sich richtig bemerkbar gemacht. Ich musste immer mehr riskieren und dann ist mir das Vorderrad in Kurve fünf eingeklappt. Das ist sehr schade und es tut mir auch leid für mein Team, denn es sind wichtige WM-Punkte. Aber die Saison ist noch lang. Jetzt geht es direkt weiter nach Spielberg, wo der Fokus eben vor allem auf der Bremse liegt, daher müssen wir die Probleme da schnellstmöglich in den Griff bekommen.

 

Jürgen Lingg (Team Manager)
Natürlich haben wir uns das heutige Rennen ein bisschen anders vorgestellt, aber so ist es eben im Rennsport. Es war schon im Qualifying recht schwierig mit dem Reifen-Poker und Tom hatte nicht die beste Ausgangsposition. Er musste beim Start versuchen, so gut es geht wegzukommen. Dann ist ihm das Vorderrad eingeklappt, aber so etwas kann passieren. Wir haben nächste Woche schon das nächste Rennen und dort wieder die Möglichkeit, es besser zu machen. Marcel war das ganze Wochenende gut dabei. Es hat heute nach dem Warm-up auch für das Rennen sehr positiv ausgesehen. Aber er hatte zunehmend Probleme, die Spitze zu halten, weil ihm einfach Grip mit dem Hinterrad gefehlt hat. Jetzt müssen wir schauen, was man da besser machen kann, um nächste Woche in Spielberg wieder konkurrenzfähiger zu sein. Aber beide Fahrer haben hart gekämpft und die gesamte Truppe hat einen guten Job gemacht. In nur einer Woche kämpfen wir weiter. Es ist noch nichts verloren.

Quelle und Bildnachweis:
© Intact GP – F. Glänzel powered by Nikon