Moto2: Vierge holt in Thailand auf & Schrötter hat Pech in erster Runde

Nach einem aufregenden und anspruchsvollen Wochenende in Thailand sicherte Xavi Vierge im Rennen am Sonntag den elften Platz, während Marcel Schrötter schon in der ersten Runde von einem stürzenden Fahrer ins Aus befördert wurde.

Das gesamte Wochenende auf neuer MotoGP-Rennstrecke, dem Chang International Circuit, verlief für das Dynavolt Intact GP-Team schleppender als vorher angenommen. Dennoch haben es Marcel Schrötter und Xavi Vierge von Anfang genossen, auf dem thailändischen Kurs vor tausenden asiatischen Motorrad-Fans zu fahren.

Leider war das Rennen für Marcel Schrötter viel zu schnell vorbei. Kurz nachdem der 25-Jährige von Platz zehn in den Thailand Grand Prix gestartet war, wurde er von Joan Mir, der innen in Kurve drei stürzte, mit zu Boden gerissen. Dabei schlug das Bike des Spaniers ziemlich heftig in die rechte Seite von Marcel’s Kalex und traf auch dessen Unterarm. Außer einer Prellung schien der Bayer auf den ersten Blick glimpflich davon gekommen zu sein. Einzig in der WM ging es keinen Schritt vorwärts, allerdings auch nicht rückwärts, da seine größten Rivalen wie Mir, Alex Marquez und Lorenzo Baldassarri das Rennen ebenfalls nicht beenden konnten. Damit behält er seinen siebten Rang und kann in Japan den nächsten Angriff starten.

Xavi Vierge hingegen kann Buriram mit fünf Punkten in der Tasche verlassen. Der Spanier kämpfte die vergangenen drei Tage hart für jegliche Verbesserungen. Im Rennen gab der 21-Jährige erneut alles, um vom 20. Startplatz Positionen gutzumachen. Nach einigen Stürzen vor ihm zu Beginn des 24-Runden-Battles, gelang es ihm, ein paar Fahrer hinter sich zu lassen, um schließlich als Elfter die Ziellinie zu überqueren. In der WM rutschte er leider hinter Luca Marini, der es in Thailand aufs Podium schaffte, und belegt nunmehr den elften Rang.

In zwei Wochen kehrt der Intact GP-Rennstall nach Asien zurück und wird vom 19. bis 21. Oktober in Japan seine Arbeit fortsetzen.

Rennergebnis:
1. Francesco BAGNAIA / ITA / KALEX
2. Luca MARINI / ITA / KALEX
3. Miguel OLIVEIRA / POR / KTM
11. Xavi VIERGE / SPA / KALEX
nc Marcel SCHROTTER / GER / KALEX

Xavi Vierge
Das Wochenende im Allgemeinen war ziemlich hart. Dafür, dass es eine neue Strecke ist, starteten wir schnell ins FP1 und fanden auch schnell ein gutes Gefühl, aber dann tat sich das ganze Wochenende nichts mehr. Wir haben versucht uns zu steigern, aber es klappte nicht. Wir haben versucht eine Lösung zu finden, aber nichts hat funktioniert. In jeder Session verbesserte ich mich nur Zehntel um Zehntel und das ist bei einer neuen Strecke ungewöhnlich. Wir haben hier natürlich keine Referenz. Jedes Mal, wenn man raus geht, lernt man dazu. In der Regel verbessert man sich schnell, aber das war an diesem Wochenende nicht möglich. Die Zeiten, die wir fuhren, waren ähnlich wie bei allen anderen GP’s, aber wir brauchten hier ein komplett anderes Set-up. Ich verstehe nicht warum, aber wie auch immer, im Rennen habe ich alles gegeben – von der ersten bis zur letzten Runde. Am Anfang hatte ich nicht sonderlich viel Glück. In den ersten beiden Runden stürzten alle vor mir und ich verlor dadurch einige Positionen, aber als sich alles beruhigte, versuchte ich, Plätze wieder gut zu machen. Aber mein Rhythmus war der gleiche wie am ganzen Wochenende. Es war schwierig, den Anderen zu folgen. Ich konnte leider nicht mehr tun. Ich habe alles versucht, änderte sogar meinen Fahrstil und versuchte zu verstehen, was ich tun muss, um mich zu verbessern. Aber nichts hat sich geändert. Wir sind ein Team, wir nehmen alle Informationen mit und versuchen gemeinsam eine Lösung zu finden. Wir werden positiv bleiben und unsere Arbeit so fortsetzen.

Marcel Schrötter
Ich habe mich nach dem Start in der ersten Kurve nach außen orientiert, um den Schwung in die Gerade mitzunehmen. Das hat auch gut geklappt. In der zweiten Kurve das gleiche. Die Strecke ist einfach so breit, sodass man den Platz ausnutzt und ich habe da auch wieder Meter nach vorne gut gemacht. Außen ist immer ein Risiko, wenn innen etwas passiert. Leider hat es mich genau so erwischt. Ich habe einen extremen Schlag in die rechte Seite meines Motorrades und Arms gemerkt. Das ist schon sehr bitter, weil ich glaube, wir hatten eine gute Chance. Das Rennen war in den ersten zehn Runden gar nicht allzu schnell und viele unserer Meisterschaftskonkurrenten sind auch ausgefallen und so hätten wir viel Boden in der WM gut machen können. Wenn ich mir die Ergebnisse jetzt ansehe, hätten wir auch von der Pace her einen Top-5-Platz einfahren können. Das nützt aber alles nichts, unser Glück ist, dass die Anderen auch gestürzt sind und wir in der Meisterschaft gar nichts verlieren. Mir, Marquez und Baldassari bleiben alle vor mir. Der dritte Platz mit Binder rutschte natürlich weiter weg. Ich wäre das Rennen gern zu Ende gefahren. Wir werden in Japan erneut angreifen und alles versuchen, wieder mit vorn dabei zu sein. Im ersten Moment hat es ziemlich weh getan, weil ich das Gefühl hatte, dass der ganze Schlag in meinen Arm ging. Ich habe dann gespürt, dass ich ihn schon wieder ganz leicht bewegen kann, aber es bildet sich ein Bluterguss. Der Einschlag war auf jeden Fall hart. Ich denke aber, dass nichts kaputt ist.

Jürgen Lingg (Team Manager)
Generell muss man sagen, dass Buriram eine ganz tolle Rennstrecke ist. Es hat ein schönes Ambiente und wir haben das auch alle dieses Wochenende genossen. Die Infrastruktur passt ebenfalls gut und ist auch viel besser, als wir erwartet haben. Sportlich gesehen ging es für uns schon sehr schleppend los. Wir haben uns insgesamt zu wenig verbessert. Nach der Streckenbegehung haben wir gedacht, das ist eine gute Strecke und dass wir das schon hinkriegen. Beide haben sich aber von Anfang an relativ schwer getan. Wir haben uns über das Wochenende hin gesehen schon verbessert, aber halt nicht genug. Xavi hat im Rennen noch das Beste daraus gemacht. Auch wenn wir mehr erwartet haben. Ich denke wir wissen jetzt bei ihm, was wir besser machen können in Japan. Bei Marcel war es einfach schade, dass er so abgeräumt worden ist. Er sagte mir, dass er sich gut fühlte und auch in der Einführungsrunde schon merkte, dass alles passt. Bei so heißen Temperaturen, wo es physisch anstrengend ist, ist Marcel immer stark, weil er konditionell super vorbereitet ist. Wir können daran jetzt nichts ändern, so etwas passiert. In zwei Wochen greifen wir wieder an.

Quelle und Bildnachweis:
© Intact GP – F. Glänzel