Moto2: Vierge feiert nach Australien-Thriller den dritten Platz

Im Australien Grand Prix führte Xavi Vierge eine ultra-spannende Schlacht ums Podium und wurde mit dem dritten Platz belohnt, während Marcel Schrötter vom Pech verfolgt war und vom letzten Startplatz ins Rennen gehen musste.

An einem sonnigen Sonntag auf Phillip Island wurden die australischen Zuschauer Zeuge von einem Moto2-Rennen, das es in sich hatte und in welchem Xavi Vierge im Kampf um den Sieg eine wesentliche Rolle spielte.

Der Spanier führte das 25-Runden-Rennen die meiste Zeit an, konnte seine Verfolger jedoch nie wirklich abhängen. Nachdem Pole-Setter Mattia Pasini bereits in der zweiten Runde stürzte, musste er sich der Gruppe immer wieder gegen harte Angriffsmanöver wehren. Von Runde 12 an führte der Intact GP-Pilot das Moto2-Feld erneut vor Brad Binder und vor Lorenzo Baldassarri an. Der Italiener stürzte nach einigen riskanten Attacken, dennoch blieb es bis zur letzten Runde unentschieden. Als es Binder und Joan Mir gelang, an der Spitze davonzufahren, kam Xavi Vierge an vierter Stelle hinter Augusto Fernandez Richtung Ziellinie gerast und holte aus dem Windschatten heraus mit 0,008 Sekunden Vorsprung noch den dritten Platz.

Dies war nach Platz zwei in Argentinien das zweite Podium des Jahres für Xavi Vierge. Der Kalatane machte damit in der WM von Rang elf einen riesen Sprung auf Rang acht und hat nunmehr nur noch fünf Punkte Rückstand zu Teamkollege Marcel Schrötter.

Der Deutsche wäre auf Phillip Island mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls in den Podiums-Kampf involviert gewesen, doch leider sollte es anders kommen. Der 25-Jährige nahm in Reihe eins an Position zwei Stellung, um in die Aufwärm-Runde zu starten, aber dann sprang dessen Kalex nicht an. Er musste von der Boxengasse aus hinterher fahren und daraufhin vom letzten Startplatz aus in den Australien-GP gehen. Als er auf dem besten Weg war, zur Führungsgruppe aufzuholen, machte er einen Fehler und verlor leider zu viel, um die Lücke erneut zu schließen. Am Ende holte Marcel Schrötter den neunten Platz und verteidigte damit seinen siebten WM-Rang.

Bereits kommendes Wochenende geht das Dynavolt Intact GP-Duo vom 2. bis 4. November in Malaysia erneut auf Punkte-Jagd.

Rennergebnis:
1. Brad BINDER / RSA / KTM
2. Joan MIR / SPA / KALEX
3. Xavi VIERGE / SPA / KALEX
9. Marcel SCHROTTER / GER / KALEX

Moto2-Weltmeisterschaft:
1. BAGNAIA Francesco / ITA / 288
2. OLIVEIRA Miguel / POR / 252
3. BINDER Brad / RSA / 193
4. BALDASSARRI Lorenzo / ITA / 152
5. MIR Joan / SPA / 149
6. MARQUEZ Alex / SPA / 148
7. SCHROTTER Marcel / GER / 131
8. VIERGE Xavi / SPA / 126
9. MARINI Luca / ITA / 122
10. QUARTARARO Fabio / FRA / 117
11. PASINI Mattia / ITA / 115
12. LECUONA Iker / SPA / 60
13. NAVARRO Jorge / SPA / 55
14. LOWES Sam / GBR / 48
15. CORSI Simone / ITA / 47

Xavi Vierge
Ich fühlte mich in den ersten Runden sehr gut und habe versucht, vorne zu bleiben, denn im Rennen auf dieser Strecke kann man auf der Geraden Erster sein und dann in der ersten Kurve plötzlich Sechster. Jedes Mal, wenn die anderen Fahrer an mir vorbeifuhren, versuchte ich wieder zurück zu überholen. Es ist schade, denn als ich mit Lecuona in Berührung kam, musste ich mich wirklich anstrengen, nicht zu weit zu gehen und abseits der Strecke zu landen. Von da an hatte ich Probleme mit dem Hinterreifen in den linken Kurven. Ich hatte viel Spin und aus diesem Grund habe ich im letzten Teil zu viel Zeit verloren. Wie auch immer, ich denke, wir haben dennoch einen guten Job gemacht. Die letzten Runden waren verrückt. Jeder versuchte zu überholen und wir haben uns viel berührt, aber schließlich haben wir das Podium erreicht. Ich habe um den Sieg gekämpft, aber am Ende war es einfach nicht möglich. Wir sind da und es ist ein sehr positives Ergebnis. Jetzt haben wir nur noch zwei Rennen vor uns. Wir versuchen auf dem gleichen Level zu bleiben, um weiterhin mit der Spitze zu kämpfen. Wir werden versuchen, Malaysia genau wie dieses Wochenende zu beginnen. Das Gefühl und alles war gut. Wir müssen viele Runden drehen, um einen guten Rhythmus zu finden. Wir hoffen, dass wir wieder um den Sieg kämpfen können, aber wie immer müssen wir hart dafür arbeiten.

Marcel Schrötter
Keiner weiß genau, warum das Motorrad nicht anging. Diese Startprobleme gibt es immer wieder in der Moto2, auch in den Trainings, wie gestern bei Oliveira. Es ist uns schon lange nicht mehr passiert, dass das Motorrad nicht angesprungen ist. So etwas passiert ganz selten oder nie in den Trainings und dann passiert es ausgerechnet im Rennen. Das ist natürlich großes Pech und sehr enttäuschend, aber da kann man niemandem die Schuld zuweisen. Das hat man kaum unter Kontrolle. Man versucht das Problem und die Gefahr so minimal wie möglich zu halten, aber es passiert. Wenn man dann von ganz hinten startet, ist es ein komplett anderes Rennen. Man hat nichts zu verlieren, der Druck fällt ab, aber dann will man es erst recht beweisen und das habe ich auch versucht. Ich glaube ich war auf einem guten Weg, aber dann ist mir ein Fehler passiert, weil ich ein Problem mit dem Getriebe hatte und der Gang nicht reingegangen ist. Das ist ausgerechnet in einer der schnellsten Kurven, Ende Start/Ziel passiert. Gott sei Dank bin ich auf der Strecke geblieben. Natürlich habe ich dadurch viel Zeit verloren. In der Runde war ich vier oder fünf Sekunden langsamer. Hätte ich diese vier Sekunden nicht verloren, wäre ich irgendwo inmitten der vorderen Gruppe gewesen. Selbst mit diesem Startplatz hätten wir noch mehr herausholen können, aber der eine Fehler ist eben passiert. Nichtsdestotrotz hatten wir wieder ein gutes Rennwochenende und ich bin mir sicher, dass wenn wir so weiter machen, klappt es auch an einem Sonntag mal wieder.

Jürgen Lingg (Team Manager)
Das war wirklich ein super Rennen von Xavi. Er hat bis zum letzten Meter gekämpft und ist mit seinem Podium belohnt wurden. Es war ein sehr spannendes Rennen, alles war möglich. Er hat das echt gut gemacht, Hut ab. Das war sehr gut und so kann es gern weitergehen. Bei Marcel war es schade, weil er die gleiche Pace hatte, was man auch von den Rundenzeiten her gesehen hat. Leider ist das Motorrad nicht angesprungen beim Start. So etwas kann passieren, das sieht man immer wieder und jetzt hat es uns erwischt. Das ist natürlich sehr ärgerlich, aber das müssen wir abhaken und uns auf Malaysia konzentrieren. Da wird das Motorrad wieder anspringen und dann machen wir das wieder gut.

Quelle und Bildnachweis:
© Intact GP – F. Glänzel