Moto2: Schrötter wird Siebter in Valencia & Vierge auf Podiums-Jagd gestürzt

Mit einem siebten Platz schloss Marcel Schrötter die Saison beim regnerischen Valencia-Finale in souveräner Manier ab. Xavi Vierge hatte leider Pech bei seinem Abschiedsrennen vom Dynavolt Intact GP-Team, indem er an dritter Position zu Sturz kam.

Trotz viel Regen am letzten Grand Prix-Wochenende der Saison 2018 pilgerten tausende MotoGP-Fans zum Ricardo Tormo Circuit nach Valencia, um ihre Idole anzufeuern. Sie wurden am Sonntag mit extrem spannenden Rennen belohnt.

Als Marcel Schrötter von Position drei gestartet war, hatte er riesiges Glück, dass er bei einer Kollision von mehreren Fahrern direkt vor ihm heil davonkam. Dabei fiel er allerdings ein wenig zurück und kämpfte von da an in einer Gruppe um die Plätze fünf bis zehn. Zwar konnte der 25-Jährige ab der zweiten Hälfte wieder einen schnellen Rhythmus fahren, aber um den fünften Platz noch zu schnappen reichte es leider nicht mehr. Der Bayer beendete schließlich den letzten GP als Siebter und damit erneut in den Top-Ten, wie jedes der 15 Rennen, welche er 2018 ins Ziel brachte.

Xavi Vierge startete als Zweiter in sein Heimrennen und wollte bei seinem letzten Start für das Dynavolt Intact GP-Team unbedingt das Podium sichern. Der Spanier war auch auf dem besten Weg dazu. Zuerst lag er in Runde eins kurzzeitig in Führung und kämpfte später um die Plätze zwei und drei. Doch nach elf Runden war die Jagd nach dem Podium abrupt vorüber, als dem 21-Jährigen das Vorderrad wegrutschte und er mitsamt seiner Maschine im Kies landete. Zwar konnte er wieder aufsteigen und weiterfahren, musste aber nach einer Runde die Segel streichen.

Dynavolt Intact GP sicherte den vierten Rang in der Teamwertung und 2018 war die beste Moto2-Saison beider Fahrer!

Marcel Schrötter erzielte mehr Punkte den je, seitdem er in der MotoGP-Weltmeisterschaft unterwegs ist. Mit 147 Zählern eroberte er den achten Rang. In Misano feierte er das erste Podium, ein ganz besonderes Highlight seiner GP-Karriere, und unglaubliche sieben Mal raste er dieses Jahr in Reihe eins.

Zwar rutschte Xavi Vierge durch den Nuller in Valencia auf den elften Rang und wiederholte damit seine Endplatzierung von 2017, jedoch war seine Ausbeute mit 131 Punkten deutlich höher als noch vor einem Jahr. Zudem fuhr er zweimal aufs Podium (2. Platz in Argentinien; 3. Platz in Australien), stürmte viermal in die erste Startreihe und sicherte dabei die erste Pole-Position seiner Karriere. Das Dynavolt Intact GP-Team bedankt sich für die erfolgreiche Saison und wünscht Xavi Vierge alles Gute für die Zukunft!

Die Saison 2018 ist vorbei, doch bereits kommende Woche beginnt für das Dynavolt Intact GP-Team ein neues Kapitel. Von Freitag bis Sonntag (23. – 25.11.) testet der Moto2-Rennstall aus Memmingen in Jerez de la Frontera zum ersten Mal die neuen Kalex-Motorräder mit Triumph-Motoren sowie mit Elektronik von Magneti Marelli. Neben Marcel Schrötter wird das neue Teammitglied Tom Lüthi die ersten Runden der Saison 2019 absolvieren. Außerdem wird Jesko Raffin am ersten Test der neuen MotoE-Klasse teilnehmen.

Rennergebnis:
1. Miguel OLIVEIRA / POR / KTM
2. Iker LECUONA / SPA / KTM
3. Alex MARQUEZ / SPA / KALEX
7. Marcel SCHROTTER / GER / KALEX
nc Xavi VIERGE / SPA / KALEX

Moto2-Weltmeisterschaft:
1. BAGNAIA Francesco / ITA / 306
2. OLIVEIRA Miguel / POR / 297
3. BINDER Brad / RSA / 201
4. MARQUEZ Alex / SPA / 173
5. BALDASSARRI Lorenzo / ITA / 162
6. MIR Joan / SPA / 155
7. MARINI Luca / ITA / 147
8. SCHROTTER Marcel / GER / 147
9. PASINI Mattia / ITA / 141
10. QUARTARARO Fabio / FRA / 138
11. VIERGE Xavi / SPA / 131
12. LECUONA Iker / SPA / 80
13. NAVARRO Jorge / SPA / 58
14. CORSI Simone / ITA / 53
15. LOCATELLI Andrea / ITA 52

Team-Klassifikation:
1. RED BULL KTM AJO / 498
2. SKY RACING TEAM VR46 / 453
3. EG 0,0 MARC VDS / 328
4. DYNAVOLT INTACT GP / 278
5. PONS HP40 / 217
6. ITALTRANS RACING TEAM / 193
7. HDR HEIDRUN – SPEED UP / 147
8. SWISS INNOVATIVE INVESTO / 129
9. FEDERAL OIL GRESINI MOTO / 58
10. TASCA RACING SCUDERIA M / 53
11. KIEFER RACING / 47
12. TECH 3 RACING / 42
13. IDEMITSU HONDA TEAM ASIA / 28
14. SAG TEAM / 17
15. MARINELLI SNIPERS TEAM / 14
16. NTS RW RACING GP / 9
17. FORWARD RACING TEAM / 8
18. PETRONAS SPRINTA RACING / 1

 

Marcel Schrötter
Durch den Zwischenfall mit Bagnaia und Marini gleich zu Beginn des Rennens bin ich etwas weit gegangen und hatte dabei das Gefühl, ein weiterer Fahrer käme von hinten angerutscht. Daraufhin habe mich in der zweiten Kurve umgedreht und leider nochmal aufgemacht. Ein Regenrennen ist immer extrem lang und es kann so viel passieren. Ich wollte nicht, dass es gleich am Anfang vorbei ist. Die ersten zwei, drei Runden waren vom Gefühl her nicht viel schneller und nach dem Rennen der Moto3 wollte ich es ruhig angehen lassen, weil ich wusste, dass meine Pace gar nicht so schlecht ist. Es hat aber einfach zu lange gedauert, ein Gefühl zu bekommen. Ich habe in der Startaufstellung sogar nochmal den Hinterreifen gewechselt, was definitiv gut war. Ich bin sozusagen wieder mit dem Reifen von heute Morgen raus, was mir in der Warm-Up-Runde sofort ein besseres Gefühl gegeben hat. Zum Vorderrad hatte ich leider kein Vertrauen und konnte nicht so in die Kurven einfahren, wie gewünscht. Ohne die Stürze vor mir wäre es kein schönes Ergebnis geworden, aber ich wusste es würde viel passieren. Ich habe versucht, mich dadurch nicht durcheinander bringen zu lassen, auch wenn man als Fahrer natürlich immer mehr will. Das habe gemacht und konnte ab und zu dagegen halten. Wir sind bei Regen auf so einer schweren Strecke ins Ziel gekommen und ein siebter Platz ist nicht schlecht. Nach dem guten Gefühl aus dem Warm-Up heute morgen habe ich schon mehr erwartet. Die letzten zehn Runden ist es auch besser geworden und ich konnte ganz anständige Zeiten fahren. Doch die letzten vier Runden verlor ich komplett den Grip am Vorderrad und wäre mehrfach fast gestürzt. In Kurve drei habe ich es gerade noch so abfangen können. Ab dann ging es mir nur noch darum, ins Ziel zu kommen. Wir haben die Saison mit einem siebten Platz beendet. Jedes Rennen, in dem ich ins Ziel kam, war ich unter den Top10. Wir haben defektiv genug Potential, um uns nächstes Jahr noch weiter zu verbessern.

Ein großes Dankeschön an mein Team. Wir hatten bis auf einmal nie Probleme von der technischen Seite her. Die Jungs haben alles gegeben und super Arbeit geleistet, wir hatten eine tolle Stimmung im Team. Leider verlässt uns ein Mechaniker, er steigt in die MotoGP auf. Wir freuen uns natürlich für ihn und vielleicht können wir ihm bald folgen. Wir sind auf jeden Fall eine super Truppe und darauf bin ich sehr stolz.

 

Xavi Vierge
Im Großen und Ganzen bin ich mit dem Wochenende zufrieden. Gestern waren wir unter trockenen sowie nassen Wetterbedingungen sehr schnell. Natürlich bin ich traurig darüber, wie der Sonntag endete. Schon im Warm-Up heute Morgen hatte ich kein Gefühl mehr für meine Reifen und hatte absolut keinen Grip. Für das Rennen habe ich dann den gebrauchten Vorderreifen von gestern aufgezogen. Vorn hatte ich dann auch keine Probleme mehr, aber hinten wurde es immer schlimmer. Zuletzt habe ich nur noch versucht, auf dem Motorrad sitzen zu bleiben und das Rennen so gut wie möglich zu beenden. Schließlich bin ich gestürzt. Das Rennen als Zuschauer beenden zu müssen ist sehr niederschmetternd. Besonders, weil die Bedingungen im FP3 gestern sehr ähnlich waren und da war ich wirklich schnell. Heute hatte ich allerdings große Probleme und es wurde von Runde zu Runde schlimmer. Ich kann mich nur bei meinem Team entschuldigen. Ich habe wirklich alles gegeben, um unser Ziel zu erreichen, aber leider musste ich das Rennen früher beenden, als erwartet. Ich habe an jedem Rennwochenende alles gegeben und möchte mich bei den Sponsoren und meinem Team für alles in dieser Saison bedanken.

 

Jürgen Lingg (Team Manager)
Die Bedingungen waren hier sehr schwierig und ein Regenrennen ist immer wie eine Lotterie. Marcel hat es clever gemacht. Er hat zwar etwas lange gebraucht, bis er einen Rhythmus gefunden hat, aber im Großen und Ganzen war es ein solides Rennen. Wir durften da auch nicht viel mehr erwarten, da er sich das ganze Wochenende im Regen schon schwer getan hat und nicht das richtige Gefühl für das Motorrad aufbauen konnte. Das ist normal und kann beim nächsten Mal schon wieder viel besser sein. Regenrennen haben immer ihre eigenen Gesetze. Er hat sich an unsere Strategie gehalten. Er sollte seinen Rhythmus fahren und sich nicht von anderen durcheinander bringen lassen und das hat er auch richtig gemacht. Ich bin absolut zufrieden. Xavi war stark, auch schon in den Regentrainings. Es war zu erwarten, dass er vor heimischem Publikum alles gibt und alles riskiert. Leider ging es nicht auf, aber er ist trotzdem ein starkes Rennen gefahren. Ich bin nicht enttäuscht und sehe es eher positiv. Man muss auch sagen, dass es eine sehr gute Saison war. Wir haben viele erste Startreihen gehabt und haben ein paar Podiums-Ergebnisse eingefahren. Wenn wir so weiter arbeiten, können wir nächstes Jahr einen Schritt nach vorn machen. Wir haben eine prima Mannschaft, die Jungs waren alle sehr ehrgeizig und diszipliniert und haben eine ganz tolle Arbeit gemacht. Nächste Woche geht es schon wieder los, dann beginnen bereits die Vorbereitungen für nächste Saison. Wir werden das erste Mal mit den Triumph-Motoren und mit neuer Elektronik fahren. Wir freuen uns auf unsere Neuzugänge Tom Lüthi und Jesko Raffin, die ab nächster Woche zu uns kommen. Das wird sehr, sehr spannend. Die MotoE kommt auch noch hinzu und da freuen wir uns drauf.

Quelle und Bildnachweis:
© Intact GP – F. Glänzel