Moto2 – Le Mans: Schrötter dem Podium zum Greifen nah & Vierge mit heldenhafter Aufholjagd

Im Grand Prix de France sicherte Marcel Schrötter mit dem vierten Platz sein bislang bestes Moto2-Ergebnis und verpasste ein erstes Podium nur knapp. Dynavolt Intact GP-Kollege Xavi Vierge startete wegen technischer Probleme von ganz hinten und überquerte die Ziellinie am Ende eines überragenden Rennens auf dem fünften Platz.

Auch am Rennsonntag auf dem Le Mans Circuit herrschte schönstes Wetter und die über 100.000 französischen Fans konnten sich auf spannende Rennen freuen.

Marcel Schrötter zählte bereits das gesamte Wochenende zu den stärksten Fahrern auf der Strecke. Am Samstag erzielte er die zweite Reihe, sein bestes Qualifying-Ergebnis seit dem letztjährigen Australien GP. Vom fünften Startplatz aus schoss der 25-Jährige direkt an die dritte Position und kämpfte beharrlich, um endlich seinen Traum vom ersten Podium zu erfüllen. 14 lange Runden folgte er hinter dem Spitzen-Duo Francesco Bagnaia und Alex Marquez. Eine bemerkenswerte Leistung des Deutschen, der nach wie vor von einer Schulterverletzung beeinträchtigt wird. Die letzten Runden musste er schließlich Joan Mir vorbeiziehen lassen und sich mit dem vierten Platz zufrieden geben. Dennoch war die Freude über das beste Rennergebnis in der Moto2-Klasse groß und über die gewonnenen 13 Punkte, dank derer er in der WM auf den achten Rang kletterte.

Für Xavi Vierge, der das 25-Runden-Rennen von der zweiten Position aus in Angriff nehmen sollte, kam alles anders als gedacht. Als das Motorrad des 21-Jährigen auf dem Weg zur Startaufstellung nicht ansprang, musste dieser die Warm-Up-Lap von der Boxengasse aus beginnen und den Frankreich-GP vom Ende des Feldes starten, genauer genommen vom 35. Platz. Der junge Spanier hatte nun zum Ziel, so viele Konkurrenten wie nur möglich zu überholen. Eine beeindruckende Aufholjagd folgte! Insgesamt gelang es ihm, ganze 30 Positionen gutzumachen. Acht Runden vor Schluss hatte er es bis auf den fünften Platz geschafft, von wo aus er Miguel Oliveira, der gefährlich nahe kam, erfolgreich hinter sich hielt und schließlich direkt hinter seinem Teamkollegen ins Ziel kam. Mit weiteren elf Punkten verteidigte Xavi Vierge seinen sechsten WM-Rang.

Da es heute mit ziemlicher Sicherheit zum Podium gereicht hätte, war zwar eine gewisse Enttäuschung da, dennoch geht der Blick nun in Richtung Mugello, wo das Intact GP-Duo vom 1. bis 3. Juni einen neuen Angriff starten wird. Zuvor verweilt die Truppe einen weiteren Tag in Le Mans und nimmt am Montag am offiziellen Moto2-Test teil.

Rennen WUP World Standings Team Klassifikation
1. Francesco BAGNAIA / ITA / KALEX
2. Alex MARQUEZ / SPA / KALEX
3. Joan MIR / SPA / KALEX
4. Marcel SCHROTTER / GER / KALEX
5. Xavi VIERGE / SPA / KALEX
1. Mattia PASINI / ITA / KALEX – 1’37.453
2. Joan MIR / SPA / KALEX – 1’37.495 (+0.042)
3. Simone CORSI / ITA / KALEX – 1’37.775 (+0.322)
4. Marcel SCHROTTER / GER / KALEX – 1’37.800 (+0.347)
14. Xavi VIERGE / SPA / KALEX – 1’38.160 (+0.707)
1. BAGNAIA Francesco / ITA / 98
2. OLIVEIRA Miguel / POR / 73
3. MARQUEZ Alex / SPA / 67
4. BALDASSARRI Lorenzo / ITA / 64
5. PASINI Mattia / ITA / 58
6. VIERGE Xavi / SPA / 52
7. MIR Joan / SPA / 48
8. SCHROTTER Marcel / GER / 37
9. BINDER Brad / RSA / 37
10. LECUONA Iker / SPA / 23
11. AEGERTER Dominique / SWI / 16
12. QUARTARARO Fabio / FRA / 15
13. GARDNER Remy / AUS / 14
14. NAVARRO Jorge / SPA / 14
15. LOWES Sam / GBR / 14
1. EG 0,0 MARC VDS /115
2. RED BULL KTM AJO /110
3. SKY RACING TEAM VR46 108
4. DYNAVOLT INTACT GP / 89
5. PONS HP40 / 74
6. ITALTRANS RACING TEAM / 66
7. SWISS INNOVATIVE INVESTO / 37
8. MB CONVEYORS – SPEED UP / 19
9. KIEFER RACING / 16
10. TECH 3 RACING / 14
11. FEDERAL OIL GRESINI MOTO / 14
12. TASCA RACING SCUDERIA M / 12
13. MARINELLI SNIPERS TEAM / 9
14. SAG TEAM / 7
15. FORWARD RACING TEAM / 6
16. IDEMITSU HONDA TEAM ASIA / 4

 

Marcel Schrötter
Ich war mir ziemlich sicher, dass ich heute vorn mitfahren kann. Ich bin enttäuscht, dass es nicht geklappt hat. Ein vierter Platz ist natürlich super, aber ich dachte ich könnte vorn dranbleiben. Vom Start weg und in der ersten Runde habe ich gemerkt, dass die Anderen einfach einen Ticken schneller sind. Das waren vielleicht ein, zwei Zehntel pro Runde, aber ich konnte nicht zügiger fahren. Ich weiß nicht ganz genau warum, aber vielleicht liegt es auch daran, dass der Asphalt immer etwas anders ist, wenn wir vor der MotoGP fahren. Dann hatten wir die zwei blöden Stürze übers Wochenende, was für mich nicht normal ist und das spürt man dann im Rennen natürlich auch und will es nicht wieder wegschmeißen. Die Enttäuschung ist definitiv da, aber ich glaube wir haben generell ein gutes Rennwochenende gehabt. Das zeigt auch, dass wir dabei sind und vorn mithalten können. Jetzt müssen wir einfach daran arbeiten, dass wir im Rennen noch ein Stück konkurrenzfähiger sind und auch im Qualifying. Ab Kurvenmitte konnten die Anderen ihr Bike etwas besser turnen oder hatten mehr Traktion, ich weiß es nicht. Das Motorrad und auch die Front waren nicht schlecht, aber beim Einbremsen und beim Bremse lösen hat es bei mir ein wenig zu lange gedauert, bis ich beschleunigen konnte. Wir müssen schauen warum das so ist. Der Reifen hat nicht gerade schön ausgesehen nach dem Rennen. Wir nehmen einen vierten Platz mit und ich glaube wir haben trotzdem alle einen guten Job gemacht. Sicherlich, wenn man so nah dran ist, ist es dennoch ziemlich enttäuschend.

Xavi Vierge
Wir hatten den Rhythmus, um an diesem Wochenende um den Sieg zu kämpfen, aber nach dem Problem vor dem Start änderte sich unser Plan komplett. Dann war unser einziger Plan, so viele Fahrer wie möglich zu überholen und das so schnell wie es nur geht. Das war schwierig, denn am Anfang waren alle mit den neuen Reifen sehr schnell unterwegs. Es war schwierig, sie zu überholen. Die einzige Möglichkeit vorbeizukommen, war den Hinterreifen stark zu belasten. Um das Rennen zu gewinnen, müssen wir uns von Anfang an den Reifen einteilen. Das war heute nicht möglich. Der einzige Weg war, hart zu pushen. Ich fing an, an allen vorbeizukommen. Als ich auf P5 ankam, versuchte ich die Führungsgruppe noch zu erwischen, aber mein Hinterreifen war da schon komplett zerstört. Ich hatte deswegen auch viele Probleme. Ich habe versucht, die fünfte Position zu halten, was echt schwierig war, weil sich Oliveira so schnell von hinten näherte. Zumindest haben wir diese Position halten können. Ich denke, wir haben einen guten Job gemacht und ich hatte einen sehr guten Rhythmus. Wie auch immer, ich denke, wir hatten heute das Potenzial, mit den Top-Jungs zu kämpfen. Jetzt werden wir versuchen, für alle folgenden Rennen auf diesem Niveau zu bleiben. Danke an mein Team für die großartige Unterstützung und an all die Leute, die mir den Rücken stärken und mich dazu bringen, immer alles zu geben.

Jürgen Lingg (Team Manager)
Leider ist bei Xavi das Motorrad nicht angesprungen, da er ein Problem mit der Benzinpumpe hatte. So etwas kann passieren, aber wir haben es in den fünf Minuten nicht rechtzeitig geschafft, das Problem zu beheben. Dadurch musste er vom letzten Platz aus starten. Er ist ein wahnsinniges Rennen gefahren. Daher auch die verhaltene Freunde, denn sonst wäre auf jeden Fall ein Podium drinnen gewesen. Das kann leider passieren, aber er hat eine starke Aufholjagd gezeigt. Ich bin absolut happy über die Leistung, denn die war überragend.
Marcel hatte das ganze Wochenende eine hohe Pace. Man darf nicht vergessen, dass er immer noch angeschlagen ist und davor habe ich höchsten Respekt. P4 ist sein bisher bestes Ergebnis. Ich denke da können wir absolut glücklich damit sein. Die Jungs haben eine top Arbeit gemacht. Man merkt, dass sich beide sehr wohl auf dem Motorrad fühlen. Die Stimmung passt, alles ist gut. Wir haben bewiesen, dass Argentinien und Jerez keine Eintagsfliege war, sondern dass wir uns kontinuierlich steigern können. Wenn wir so weiter machen, können wir noch einiges erreichen.

Quelle und Bildnachweis: © IntactGP