Lüthi stürmt in Italien zu seinem dritten Podium

In einem harten Italien-Grand-Prix auf dem Mugello Circuit erkämpfte Tom Lüthi den dritten Platz und damit sein drittes Podium des Jahres. Pole-Mann Marcel Schrötter fiel auf den achten Platz zurück, punktete aber zum sechsten Mal in Folge.

Es war ein hartes 21-Runden-Rennen in der Toskana. Vor allem, weil die Sonne für Temperaturen von bis zu 30°C sorgte und im Falle von Tom Lüthi, weil dieser am Rennsonntag an einer lästigen Magen-Darm-Verstimmung litt.

Doch der Schweizer biss die Zähne zusammen und ging vom zweiten Startplatz direkt in Führung. Zunächst sah es so aus, als ob er und sein Teamkollege Marcel Schrötter sich vom Rest des Feldes leicht absetzen konnte. Doch die Verfolgergruppe mit Alex Marquez, Luca Marini und Jorge Navarro ließ nicht locker. Zuerst zogen Marquez und Marini an Marcel Schrötter vorbei, danach zogen der Spanier und später auch der Italiener an Tom Lüthi vorbei.

Als gegen Ende des Mugello-Battles auch noch der WM-Leader Lorenzo Baldassarri von hinten angebraust kam, hielt Tom Lüthi allerdings alle Türen geschlossen und holte schlussendlich den dritten Platz. Das bedeutete sein drittes Podium des Jahres sowie sein drittes Podium in Mugello, nachdem er dort bereits 2012 Dritter wurde und 2017 Zweiter.

Auch in der Weltmeisterschafts-Wertung musste er Alex Marquez den Vortritt lassen und auf den dritten Rang ausweichen. Der Punkteabstand zu Baldassarri an der Spitze beträgt jedoch nur vier Punkte.

Marcel Schrötter war von seiner dritten Pole der Saison ins Rennen gegangen und bog hinter Tom als Zweiter in die erste Kurve. Der 26-Jährige führte einige Zweikämpfe und verlor dabei etwas Zeit. Früh im Rennen attackierte er seinen Teamkollegen, um eventuell die Führung zu übernehmen, was leider nicht glückte. Kurz darauf wehrte er erfolgreich ein paar Angriffe von Navarro ab, aber nach einer Weile konnte er seinen schnellen Rhythmus nicht mehr gehen. Der Kontakt zur Führungsgruppe brach ab und Marcel Schrötter fuhr schließlich als Achter ins Ziel.

Mit acht Punkten verteidigte er seinen fünften WM-Rang und hat nun 18 Punkte Rückstand zur Top-3. Auch der Dynavolt Intact GP-Rennstall behauptete seine zweite Position in der Team-Klassifikation. Der Abstand zur Spitzen-Mannschaft FLEXBOX HP 40 schrumpfte auf gerade einmal sieben Punkte.

Schon in zwei Wochen hat das Moto2-Team aus Memmingen erneut die Möglichkeit, in der Meisterschaft aufzuholen. Vom 14. bis 16. Juni 2019 in Barcelona zum Grand Prix von Katalonien.

Rennen:
1. Alex MARQUEZ / SPA / KALEX
2. Luca MARINI / ITA / KALEX
3. Thomas LUTHI / SWI / KALEX
8. Marcel SCHROTTER / GER / KALEX

WUP:
1. Enea BASTIANINI / ITA / KALEX – 1’52.158
2. Augusto FERNANDEZ / SPA / KALEX – 1’52.163 (+0.005)
3. Tetsuta NAGASHIMA / JPN / KALEX – 1’52.163 (+0.005)
7. Marcel SCHROTTER / GER / KALEX – 1’52.270 (+0.112)
9. Thomas LUTHI / SWI / KALEX – 1’52.342 (+0.184)

Weltmeisterschaft-Wertung:
1. BALDASSARRI Lorenzo / ITA / 88
2. MARQUEZ Alex / SPA / 86
3. LUTHI Thomas / SWI / 84
4. NAVARRO Jorge / SPA / 73
5. SCHROTTER Marcel / GER / 64
6. MARINI Luca / ITA / 58
7. FERNANDEZ Augusto / SPA / 54
8. BASTIANINI Enea / ITA / 45
9. GARDNER Remy / AUS / 41
10. BINDER Brad / RSA / 39
11. VIERGE Xavi / SPA / 31
12. LECUONA Iker / SPA / 26
13. LOWES Sam / GBR / 26
14. NAGASHIMA Tetsuta / JPN / 24
15. DI GIANNANTONIO Fabi / ITA / 19

Team-Klassifikation:
1. FLEXBOX HP 40 / 155
2. DYNAVOLT INTACT GP / 148
3. EG 0,0 MARC VDS / 117
4. MB CONVEYORS SPEED UP / 92
5. SKY RACING TEAM VR46 / 71
6. ONEXOX TKKR SAG TEAM / 65
7. ITALTRANS RACING TEAM / 61
8. RED BULL KTM AJO / 41
9. AMERICAN RACING KTM / 28
10. FEDERAL OIL GRESINI MOTO / 26
11. PETRONAS SPRINTA RACING / 8
12. TASCA RACING SCUDERIA M / 8
13. NTS RW RACING GP / 8
14. IDEMITSU HONDA TEAM ASIA / 6
15. MV AGUSTA IDEALAVORO FO / 6

 

Tom Lüthi
Ich musste heute härter mit dem Motorrad kämpfen, als das ganze Wochenende. Irgendwie habe ich mich heute schon nach dem Frühstück ganz schlecht gefühlt. Zwischen Warm-up und Rennen war ich überhaupt nicht fit. Vielleicht war auch die Temperatur heute nicht unbedingt hilfreich. Körperlich war das ein sehr schwieriges Rennen. Ich stand ziemlich unter Druck und habe auf meinem Board gesehen, dass Navarro hinter mir war. Er hat ganz schön gepusht. Ich wusste, dass es keinen Raum für Fehler gibt. Deshalb habe ich alles gegeben und sogar am Ende das Tempo noch erhöht, habe also alles riskiert. Ich konnte die Lücke schließen, aber zum Angreifen war am Ende keine Zeit mehr. Wir sind Dritter geworden und das ist sehr, sehr stark. Ich freue mich da auch wirklich sehr drüber. Mein Team hat einen Top-Job gemacht, das möchte ich noch einmal unterstreichen. Wir haben das Motorrad dieses Wochenende sehr gut hingestellt. Wir sind auf einem ganz anderen Niveau als noch in Le Mans und damit auf dem richtigen Weg. Es ist gut, dass wir wieder vorn mit dabei sind und wir sagen können, dass wir, sogar mit einem kleinen Fehler wie in Argentinien, wieder vorn mitfahren. Die Saison ist aber immer noch sehr lang und so viele Jungs sind wirklich stark. Marquez zum Beispiel war heute sehr stark. Wir müssen einfach weiter arbeiten und versuchen, die Ruhe zu bewahren.

Marcel Schrötter

Es ist immer enttäuschend, wenn man sich im Rennen verschlechtert. Leider passiert mir das zu häufig. Wenn man zumindest ums Podium kämpft, ist es etwas anderes. Wenn man aber bis Platz acht durchgereicht wird, ist das nicht so schön. Es gibt ein paar kleine Punkte, die ich besser machen muss, es gibt aber auch noch ein paar Kleinigkeiten am Motorrad. Wir haben jetzt schon einen Schritt vorwärts gemacht. Wir sind aus einer schwierigen Situation gekommen und auf die Pole-Position gefahren. Das gelingt einem nicht einfach so. Es haben alle einen guten Job gemacht. Für das Rennen müssen wir schauen, dass wir das Paket, was wir haben, noch verbessern. Ich habe mit Zweikämpfen viel Zeit verloren. Wenn man sich den Rückstand über die Renndistanz anschaut, ist es nicht viel. Das heißt, wir sind auf jeden Fall dabei. Wir müssen die Punkte zusammenbringen, weiter arbeiten und weiter an uns glauben, dann bin ich mir sicher, dass wir sehr bald wieder ganz vorne mitfahren.

 

Jürgen Lingg (Team Manager)
Natürlich bedeutete der dritte Platz von Tom wichtige Punkte. Ein Podium ist immer schön und das hat er wirklich sehr gut gemacht. Am Schluss sah es sogar so aus, als ob er sich mit dem dritten Platz gar nicht zufrieden gibt. Er hatte Baldassarri hinter sich gut im Griff. Ein super Rennen von ihm. Wir müssen jetzt wirklich aufpassen, dass uns hier keine Fehler passieren. Wir müssen versuchen, beim Start gut wegzukommen und vorn mit dabei zu sein, dann stehen unsere Chancen gut. Tom hat heute wirklich eine starke Leistung gebracht, zumal es ihm nicht so gut ging. Für Marcel war es wirklich schade nach der Pole-Position. Aber wir haben nach dem Qualifying schon gewusst, dass eine Runde etwas anderes als eine Renndistanz ist. Ich hatte schon die Befürchtung, dass es nicht ganz reicht, um ganz vorn ins Ziel zu fahren, aber ich bin zuversichtlich, dass Marcel die Lücke wieder schließt

Quelle und Bildnachweis:
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