Lüthi feiert den zweiten Platz in Barcelona

Tom Lüthi erkämpfte im Großen Preis von Katalonien sein viertes Podium des Jahres, während Marcel Schrötter nach einer Kollision eine starke Aufholjagd hinlegte und als Siebter ins Ziel fuhr. Dynavolt Intact GP übernahm in der Teamwertung die Spitzenposition.

Sommerlich-heiße Temperaturen, voll besetzte Zuschauerränge und ein vielversprechendes Warm-Up waren gute Voraussetzungen für einen erfolgreichen Rennsonntag auf dem Barcelona-Circuit.

Tom Lüthi setzte die hohen Erwartungen, die er und seine Crew nach einem starken Qualifying und dem zweiten Startplatz hatten, dann in die Realität um. Der Schweizer übernahm nach einem super Start sofort die Führung und verteidigte diese zu Beginn gegen Augusto Fernandez und später dann gegen den schnell herannahenden Alex Marquez. Die erste Hälfte des Rennens war es eindeutig der Intact GP-Pilot, der die stärkere Pace hatte. Doch nach 13 Runden musste er Marquez auf Start-und-Ziel den Vortritt lassen. Der erfahrene Racer heftete sich zunächst an die Fersen des Spaniers, doch nach einem Beinahe-Sturz mit dem Vorderrad riss der Kontakt zum unwiederbringlich ab.

Die Freude über den zweiten Platz war dennoch riesig groß. Nicht nur, dass es sein viertes Podium der Saison bedeutete, er stieg auch in der Weltmeisterschaftswertung auf den zweiten Rang. Nachdem Lorenzo Baldassarri in Barcelona stürzte, ging die Gesamt-Führung an Rennsieger Alex Marquez. Tom Lüthi folgt nur sieben Punkte direkt dahinter.

Marcel Schrötter bewahrte seinen fünften Gesamt-WM-Rang, nachdem er in der 22-Runden-Hitzeschlacht viele Plätze gutmachen musste. Gestartet von Platz zwölf geriet er erneut in einen Zweikampf mit Brad Binder, wobei es zur unsanften Berührung kam. Der 26-Jährige fiel von Platz zehn bis auf Platz 18 zurück und erkämpfte sich bereits vor Ende von Runde eins wieder drei Positionen zurück. Im weiteren Verlauf gelang es ihm, bis zu Platz sechs aufzuholen, doch ab zehn Runden vor Schluss musste er einige Rutscher einstecken und büßte dabei etwas an Vertrauen ein. Er musste ans Ende seiner Dreier-Gruppe mit Xavi Vierge und Luca Marini weichen, doch kurz vor Ziel gelang es ihm noch, seinen ehemaligen Teamkollegen zu überholen und den siebten Platz mit nach Hause nehmen.

Dank eines positiven Speeds im Warm-Up und Rundenzeiten, die mit der Spitze mithalten konnten, ist Marcel Schrötter für das anstehende Rennen in Assen zuversichtlich.

Die Moto2-Mannschaft, die zwei Wochen vor dem Heimrennen auf dem Sachsenring in der Team-Klassifikation die Gesamtführung übernehmen konnte, hat nun am kommenden Dienstag, den 18. Juni, einen weiteren Testtag in Barcelona, den sie ausgiebig nutzen werden.

Rennen:
1. Alex MARQUEZ / SPA / KALEX
2. Thomas LUTHI / SWI / KALEX
3. Jorge NAVARRO / SPA / SPEED UP
7. Marcel SCHROTTER / GER / KALEX

WUP:
1. Alex MARQUEZ / SPA / KALEX – 1’43.764
2. Thomas LUTHI / SWI / KALEX – 1’43.974 (+0.210)
3. Augusto FERNANDEZ / SPA / KALEX – 1’43.981 (+0.217)
5. Marcel SCHROTTER / GER / KALEX – 1’44.102 (+0.338)

Weltmeisterschaft-Wertung:
1. MARQUEZ Alex / SPA / 111
2. LUTHI Thomas / SWI / 104
3. NAVARRO Jorge / SPA / 89
4. BALDASSARRI Lorenzo / ITA / 88
5. SCHROTTER Marcel / GER / 73
6. MARINI Luca / ITA / 68
7. FERNANDEZ Augusto / SPA / 67
8. BASTIANINI Enea / ITA / 56
9. BINDER Brad / RSA / 44
10. GARDNER Remy / AUS / 41
11. VIERGE Xavi / SPA / 39
12. LOWES Sam / GBR / 33
13. NAGASHIMA Tetsuta / JPN / 0
14. LECUONA Iker / SPA / 26
15. LOCATELLI Andrea / ITA / 20

Team-Klassifikation:
1. DYNAVOLT INTACT GP / 177
2. FLEXBOX HP 40 / 168
3. EG 0,0 MARC VDS / 150
4. HDR HEIDRUN SPEED UP / 108
5. SKY RACING TEAM VR46 / 84
6. ITALTRANS RACING TEAM / 76
7. ONEXOX TKKR SAG TEAM / 71
8. RED BULL KTM AJO / 47
9. FEDERAL OIL GRESINI MOTO2 / 33
10. AMERICAN RACING KTM / 28
11. TASCA RACING SCUDERIA MOTO2 / 10
12. PETRONAS SPRINTA RACING / 8
13. NTS RW RACING GP / 8
14. IDEMITSU HONDA TEAM ASIA / 6
15. MV AGUSTA IDEALAVORO FORWARD / 6

 

Tom Lüthi
Ich bin natürlich sehr zufrieden. Das sollte ich mit dem zweiten Platz ja auch sein. Zu Beginn des Rennens lag ich in Führung und der Plan war es eigentlich, diese bis zum Ende beizubehalten. Aber es war heute ziemlich klar, dass ich in der ersten Hälfte des Rennens sehr stark war und die zweite Hälfte des Rennens war Alex (Marquez) eben stärker. Er konnte die Lücke zu mir schließen und am Ende sogar noch eine Lücke herausfahren. Ich bin hinter ihm ganz schön am Limit gefahren, besonders beim Einbremsen in die Kurve und ich habe auch ein paar kleine Fehler gemacht, wobei ich fast mit dem Vorderrad gestürzt wäre. Ich musste ihn am Ende einfach ziehen lassen. Natürlich hätte ich gern gewonnen. Für den Sieg machen wir das ja. Aber das Ergebnis ist auch sehr wichtig für die Meisterschaft. Es ist noch immer ein langer Weg, den wir vor uns haben und ich bin glücklich, dass ich vorn mitspielen darf. Ich hatte einen guten Start und einen guten Rhythmus und das ist auch gut für den Kopf. Ich hab versucht dran zu bleiben, aber am Ende hat es eben nicht ganz für den Sieg gereicht. Aber wir können zuversichtlich nach Assen reisen. Wir haben auch hier wieder einiges gelernt.

 

Marcel Schrötter

Ich hatte zu Beginn des Rennens wieder eine Begegnung mit Brad Binder. Ich weiß auch langsam nicht mehr, was ich dazu sagen soll. Das hat mich sechs oder sieben Positionen gekostet. In dem Moment war ich auf der 18. Position. Das ist frustrierend. Man gibt das ganze Wochenende alles und arbeitet hart, um sich so gut wie möglich zu positionieren, auch wenn der 12. Startplatz jetzt nicht herausragend war, und dann kommt wieder einer und macht das kaputt. Ab Runde eins bis in die letzten Runden war es aber ein ganz gutes Rennen. Ich habe viele Leute überholen können und habe mich ganz gut gefühlt. Als ich die Gruppe angeführt habe, hab ich durch ein paar Rutscher das Vertrauen zum Bike verloren. Danach konnte ich nicht mehr so gefahren, wie es hätte sein sollen. Wir müssen uns das etwas genauer anschauen und sehen, was wir besser machen können. Abgesehen davon war es ein gutes Rennen. Am Dienstag testen wir hier noch einmal. Aktuell kommt uns jeder Test gelegen. Wir müssen schauen, dass wir wieder etwas näher an die Spitze rankommen.

 

Stefan Keckeisen (Team Teilhaber)
Ich bin sehr zufrieden. Tom hat das richtig gut gemacht. Wir sind ganz nah dran, darüber freue ich mich sehr. Vor allem aber auch, weil Tom so gebissen hat. Er hatte bereits im Qualifying einen starken Rhythmus, ich glaube, das war der Grundstein für das coole Rennen, was er heute geliefert hat. Ich glaube auch Marcel hat ein gutes Rennen gezeigt. Er hat gekämpft und sich nach vorn gearbeitet. Nach der ersten Runde war er auf der 15. Position. Dafür ist der siebte Platz ein wirklich super Resultat. Zum Schluss hat er auch noch gegen den Xavi (Vierge) gekämpft und sich den Platz geholt. Jetzt kommen ja auch schon bald unsere Heimrennen und ich denke die Kurve zeigt in die richtige Richtung. Es sind nun noch ein paar Rennen vor uns. Aktuell liegen wir in der Teamwertung in Führung, man sieht, dass das Team super harmoniert und zusammen arbeitet und beide Fahrer sind sehr stark. Jetzt lassen wir uns überraschen. Ich denke es ist noch einiges drin.

Quelle und Bildnachweis:
© Intact GP – F. Glänzel powered by Nikon