Im Spielberg-Krimi viel riskiert und Punkte mitgenommen

Es waren ereignisreiche 25 Runden im Moto2-Rennen des Österreich Grand Prix, in dem die Dynavolt Intact GP-Piloten Tom Lüthi und Marcel Schrötter trotz Schwierigkeiten gut ins Ziel kamen und auf den Plätzen sechs und neun einen akzeptablen Abschluss schafften.

Nach einem verregnetem Warm-Up-Training am Sonntagmorgen, war der Asphalt des Red Bull Rings gerade rechtzeitig zum Start des 11. Moto2-Rennens der Saison 2019 abgetrocknet.

Tom Lüthi, der aus der zweiten Reihe ins Rennen ging, kämpfte während der Anfangsphase auf den Positionen drei und vier und hatte als teilweise Schnellster im Feld berechtigte Hoffnungen, im Podium-Battle mitzuspielen. Doch die Konkurrenz schlief nicht und begann, den Schweizer in einige riskante Duelle zu verwickeln. Dabei ging es ab und zu weit aus der Kurve raus, wodurch ein paar Positionen wieder auf der Strecke blieben und das Podest in weitere Ferne rücken ließ.

Mit nachlassenden Reifen schließlich hatte Tom Lüthi keine Chance mehr, den Anschluss nach vorn aufzuholen. Jedoch fühlte er sich auf besserem Niveau als eine Woche zuvor in Brünn und nahm mit dem sechsten Platz wenigstens zehn Punkte aus Österreich mit. Nach wie vor bleibt er WM-Zweiter, allerdings ist der Abstand zum Führenden Alex Marquez weiter angewachsen, nachdem der Spanier heute den zweiten Platz für sich entschied.

Marcel Schrötter startete von Position 16, kam gut aus der ersten Kurve und machte dadurch gleich ein paar Plätze gut. Jedoch merkte der 26-Jährige, der am Wochenende drei Stürze verdauen musste, dass das Gefühl für seine Kalex nicht mehr so gut war wie in den Trainings. Ein Grund dafür waren Vibrationen mit der Front, ein Problem, welches so gut wie nie auftritt bei der Memminger Mannschaft.

Mit dem neunten Platz, auf dem der Bayer schließlich ins Ziel fuhr, war er unter diesen Voraussetzungen nicht ganz unzufrieden. In der WM hat er zum elften Mal in Folge gepunktet, büßte aber im Ranking als Gesamt-Sechster einen Platz ein und mit zwölf Zählern ist der Abstand zur Top-3 wieder etwas größer geworden.

Zweifellos wollen beide Dynavolt Intact GP-Piloten in Zukunft wieder weiter vorne mitmischen und vor allem zurück aufs Podium. Daher kommt der Montags-Test nach dem Spielberg GP auf dem Red Bull Ring gerade recht, um neue Komponenten auszuprobieren und sich darauf zu konzentrieren, wieder konkurrenzfähiger zu werden.

Rennen:
1. Brad BINDER / RSA / KTM
2. Alex MARQUEZ / SPA / KALEX
3. Jorge NAVARRO / SPA / SPEED UP
6. Thomas LUTHI / SWI / KALEX
9. Marcel SCHRÖTTER / GER / KALEX

WUP:
1. Philipp OETTL / GER / KTM – 1’35.760
2. Jorge NAVARRO / SPA / SPEED UP – 1’36.921 (+1.161)
3. Jorge MARTIN / SPA / KTM – 1’36.956 (+1.196)
4. Marcel SCHRÖTTER / GER / KALEX – 1’37.272 (+1.512)
6. Thomas LUTHI / SWI / KALEX – 1’37.317 (+1.557)

Weltmeisterschaft-Wertung:
1. MARQUEZ Alex / SPA / 181
2. LUTHI Thomas / SWI / 138
3. NAVARRO Jorge / SPA / 126
4. FERNANDEZ Augusto / SPA / 121
5. BALDASSARRI Lorenzo / ITA / 115
6. SCHROTTER Marcel / GER / 114
7. BINDER Brad / RSA / 109
8. MARINI Luca / ITA / 101
9. BASTIANINI Enea / ITA / 74
10. DI GIANNANTONIO Fabio / ITA / 59
11. NAGASHIMA Tetsuta / JPN / 52
12. GARDNER Remy / AUS / 44
13. LECUONA Iker / SPA / 41
14. VIERGE Xavi / SPA / 39
15. LOWES Sam / GBR / 38

Team-Klassifikation:
1. DYNAVOLT INTACT GP / 252
2. FLEXBOX HP 40 / 249
3. EG 0,0 MARC VDS / 220
4. BETA TOOLS SPEED UP / 185
5. RED BULL KTM AJO / 131
6. SKY RACING TEAM VR46 / 129
7. ITALTRANS RACING TEAM / 112
8. ONEXOX TKKR SAG TEAM / 96
9. AMERICAN RACING KTM / 45
10. FEDERAL OIL GRESINI MOTO2 / 38
11. MV AGUSTA TEMPORARY FORWARD / 22
12. TASCA RACING SCUDERIA MOTO2 / 16
13. IDEMITSU HONDA TEAM ASIA / 11
14. RED BULL KTM TECH 3 / 10
15. NTS RW RACING GP / 9
16. PETRONAS SPRINTA RACING / 8
17. SAMA QATAR ANGEL NIETO TEAM / 4
18. KIEFER RACING / 3

 

Tom Lüthi
Ich hatte heute Mühe, das Motorrad richtig zu stoppen und habe in den Kurven Zeit verloren. Am Anfang konnte ich gut pushen und auch gut überholen und schnelle Zeiten fahren. Als die Reifen dann aber abgebaut haben, kam ich mehr und mehr in Schwierigkeiten. Wir müssen jetzt schauen, wie wir das wieder hinbekommen. Das Niveau war hier auf alle Fälle um einiges höher, als in Brünn. Wir haben Fortschritte gemacht und morgen haben wir noch einen Test, was sehr wichtig ist. Wir können auf alle Fälle weiter arbeiten. Aber von der Platzierung her wollen wir natürlich weiter vorn sein. Ich glaube, wir haben hier wirklich einen guten Job gemacht und uns von Brünn bis hier verbessert. Aber es fehlt eben einfach immer noch ein Stückchen. Im Rennen sieht man dann eindeutig, wo die anderen besser sind und wir noch Probleme haben. Wir haben aber viel verstanden und ich hoffe, dass wir aus dem Tag heute wieder einiges mitnehmen können.

Marcel Schrötter

Ich bin nicht schlecht weggekommen. Die erste Kurve hier hat es ziemlich in sich beim Start und da muss man auch ein bisschen Glück haben. Ich hatte mich entschieden, den ersten Gang zu benutzen, was eine gute Entscheidung war. Ich bin gut aus der Kurve raus gekommen und hatte keine schlechte erste Runde. Ich habe aber ziemlich schnell gemerkt, dass ich mich auf dem Motorrad nicht so recht wohl fühle. Wir haben noch ein bisschen was probiert für das Rennen. Ich bin dieses Wochenende dreimal gestürzt und das macht sich dann auch beim Selbstvertrauen bemerkbar. Wenn man in drei von zehn Kurven gestürzt ist, dann gibt man dort keine 100% mehr. Im Großen und Ganzen sind wir dann wieder zum Setup vom Samstagmorgen zurückgekehrt, wo ich nicht gestürzt bin, und haben von dort aus ein paar Kleinigkeiten ausprobiert. Ich habe mich dann aber nicht mehr gut gefühlt und hatte auch Chattering am Vorderrad, was wir eigentlich nie haben. Ich hatte auch sehr schlechten Grip, was mich Zeit gekostet hat. Einmal hatte ich fast einen Highsider. Das hat mich etwas zurückgeworfen. Meine Zeiten waren am Ende trotzdem wieder besser, ich konnte nur nicht schneller fahren, als diejenigen vor mir. Natürlich habe ich mir mehr erhofft, aber es war ein sehr schwieriges Rennen. Zum Glück haben wir morgen einen Test und können hier vielleicht noch ein paar Sachen ausprobieren.

Jürgen Lingg (Team Manager)
Das Ergebnis zeigt, dass wir noch Probleme haben. In dieser Klasse kann man sich einfach keine Fehler erlauben. Man muss sich im Zweikampf ganz genau überlegen, gehe ich das Risiko ein, oder eher nicht. Schafft man das, was man vorhat, oder schafft man das nicht und geht dann weit. Genauso hat Tom leider wichtige Positionen verloren. Das ist schade für ihn, denn er hatte gestern Abend ein wirklich gutes Gefühl und war froh, dass alles passt. Für Marcel war es von Anfang an schwierig, weil er von relativ weit hinten gestartet ist. Das Qualifying war halt einfach Pech. Wir machen noch zu viele Fehler und das müssen wir so schnell wie möglich abstellen. Über den WM-Titel brauchen wir so nicht nachdenken. Aber wir arbeiten daran und versuchen, die Lücke wieder zu schließen. Das ist natürlich nicht leicht. Morgen haben wir zum Glück einen Testtag und ein paar neue Teile zum Probieren und dann schauen wir weiter.

Quelle und Bildnachweis:
© Intact GP – F. Glänzel powered by Nikon