Dynavolt Intact GP: Lüthi übernimmt WM-Führung nach packendem Kampf an der Spitze

Tom Lüthi ist neuer WM-Leader. Ein bis zum Schluss extrem spannender Assen-Grand-Prix endete für den Schweizer auf dem vierten Platz, während Marcel Schrötter nach zwei Long-Lap-Penalties trotzdem als guter Achter ins Ziel fuhr.

Das Dynavolt Intact GP-Team wird mit der Weltmeisterschafts-Führung, sowohl in der Fahrerwertung als auch in der Teamwertung, zum Heim-Grand-Prix an den Sachsenring reisen.

Zu verdanken hat dies die Moto2-Mannschaft ihren Fahrern Tom Lüthi für einen weiteren unglaublich starken Kampf in der Spitzengruppe sowie Marcel Schrötter, der zum achten Mal in Folge in dieser Saison Punkte sicherte.

Es waren ultra-spannende 24 Runden auf dem TT Circuit Assen, in denen Tom Lüthi bis zum Schluss eine Chance aufs Podium hatte. Innerhalb der vordersten Gruppe kam es immer wieder zu riskanten Positionswechseln und Situationen, in denen der Schweizer auch zweimal weit gehen musste. Bei Stürzen vor ihm, unter anderem der einstigen WM-Leader Lorenzo Baldassarri sowie Alex Marquez, kam der Intact GP-Pilot zum Glück glimpflich davon und konnte zum Schluss den vierten Platz sicher ins Ziel bringen.

Mit sechs Punkten Vorsprung vor Marquez übernahm der erfahrene Racer ein Rennen vor der Saison-Hälfte die Spitzenposition der Gesamtklassifikation.

Marcel Schrötter hatte von Startplatz zwölf nicht die beste Ausgangsposition ins Rennen und musste sich im mittleren Feld behaupten. Mit Rundenzeiten, ähnlich schnell wie an der Spitze, war er nach ein paar Ausfällen vor ihm auf dem besten Wege in Richtung Platz sechs. Doch dann bekam er zweimal kurz hintereinander eine Long-Lap-Strafe für abkürzende Linien-Wahl aufgebrummt und büßte dadurch zwei Runden vor Schluss doch noch zwei Positionen ein.

Trotz Enttäuschung, sicherte der 26-Jährige eine Woche vor seinem Heimrennen als Achter erneut Punkte auf seinem WM-Konto. Das bedeutet, dass er bisher in allen Rennen der Saison punkten konnte. In der Gesamtwertung rutschte der Bayer zwar auf den siebten Rang, der Abstand zur Top-3 beträgt allerdings nur elf Zähler.

Schon in wenigen Tagen geht es auf dem Sachsenring weiter mit der Saison 2019. Vom 5. bis 7. Juli findet dort das Highlight des Jahres für das Dynavolt Intact GP-Team statt.

Rennen:
1. Augusto FERNANDEZ / SPA / KALEX
2. Brad BINDER / RSA / KTM
3. Luca MARINI / ITA / KALEX
4. Thomas LUTHI / SWI / KALEX
8. Marcel SCHROTTER / GER / KALEX

WUP:
1. Lorenzo BALDASSARRI / ITA / KALEX – 1’37.834
2. Augusto FERNANDEZ / SPA / KALEX – 1’37.840 (+0.006)
3. Remy GARDNER / AUS / KALEX – 1’37.841 (+0.007)
9. Thomas LUTHI / SWI / KALEX – 1’38.164 (+0.330)
14. Marcel SCHROTTER / GER / KALEX – 1’38.333 (+0.499)

Weltmeisterschaft-Wertung:
1. LUTHI Thomas / SWI /117
2. MARQUEZ Alex / SPA / 111
3. FERNANDEZ Augusto / SPA / 92
4. NAVARRO Jorge / SPA / 89
5. BALDASSARRI Lorenzo / ITA / 88
6. MARINI Luca / ITA / 84
7. SCHROTTER Marcel / GER / 81
8. BINDER Brad / RSA / 64
9. BASTIANINI Enea / ITA / 56
10. GARDNER Remy / AUS / 41
11. NAGASHIMA Tetsuta / JPN / 41
12. VIERGE Xavi / SPA / 39
13. LOWES Sam / GBR / 33
14. LOCATELLI Andrea / ITA / 30
15. LECUONA Iker / SPA / 27

Team-Klassifikation:
1. DYNAVOLT INTACT GP / 198
2. FLEXBOX HP 40 / 193
3. EG 0,0 MARC VDS / 150
4. BETA TOOLS SPEED UP / 113
5. SKY RACING TEAM VR46 / 100
6. ITALTRANS RACING TEAM / 86
7. ONEXOX TKKR SAG TEAM / 82
8. RED BULL KTM AJO / 67
9. FEDERAL OIL GRESINI MOTO2 / 33
10. AMERICAN RACING KTM / 31
11. MV AGUSTA IDEALAVORO FORWARD / 22
12. TASCA RACING SCUDERIA MOTO2 / 10
13. PETRONAS SPRINTA RACING / 8
14. NTS RW RACING GP / 8
15. IDEMITSU HONDA TEAM ASIA / 6
16. RED BULL KTM TECH 3 / 6
17. SAMA QATAR ANGEL NIETO TEAM / 4
18. KIEFER RACING / 3.

 

Tom Lüthi
„Erst einmal möchte ich mich bei meinem Team bedanken, weil es mir für das Rennen das beste Motorrad vom ganzen Wochenende hingestellt hat, vor allem auf die Distanz gesehen. Auf eine Runde betrachtet war ich allerdings wirklich am Limit. Heute früh im Warm-Up haben wir viel ausprobiert und das Team hat weiter gearbeitet und ist drangeblieben. Das war schön zu sehen, wie wirklich jeder mitkämpfte. Die Abstimmung des Motorrades war super. Ich hatte den Speed, um vorn weg zu fahren, deshalb war ich im ersten Moment nach dem Rennen und nach diesem Kampf auch erst einmal sauer. Der erste Gang ist mir ein paar Mal rausgerutscht. Das passierte vielen, aber wenn man endlich den Rhythmus gefunden hat und es passiert so etwas, dann verursacht das gefährliche Situationen und das darf nicht sein. Aber aus dieser Schlacht heute mit dem vierten Platz raus zu gehen, darüber können wir ziemlich stolz sein.”

 

Marcel Schrötter

„Ich bin einmal in der Schikane geradeaus gefahren, als ich alleine war. Dass ich dafür sofort eine Strafe bekommen habe, das ist frustrierend. Man ist sowieso schon am Kämpfen und versucht irgendwie, die Position zu halten. Dann plötzlich eine weitere „Long-Lap-Penalty“ zu bekommen, war schon ziemlich bitter. Wir hätten heute auf den sechsten Platz fahren können, Stürze hin oder her. Ich bin sehr enttäuscht. Ich habe mehr erwartet, fühle mich auf dem Motorrad aber einfach nicht wohl genug, um schneller zu fahren. Wir haben uns gegenüber heute Morgen zwar verbessert, aber es fehlt einfach immer noch etwas über die längere Distanz. Mir tut es leid für mein Team. Die arbeiten wirklich hart und jeder versucht sein Bestes, um mir ein Bike hinzustellen, mit dem ich besser klar komme. Ich versuche natürlich auch mein Bestes. Es ist momentan einfach nicht gut und wir müssen schauen, dass wir wieder zurückkommen. Positiv an diesem Wochenende war, dass wir in den Trainings nicht so weit weg waren und das können wir zum Sachsenring mitnehmen. Wir wissen ganz klar vor unserem Heimrennen, dass wir knallhart und fokussiert weiter arbeiten müssen und uns nicht ausruhen können.”

 

Jürgen Lingg (Team Manager)
„Das war ein unglaublich spannendes Rennen. Das ganze Wochenende haben sich beide Fahrer schwer getan. Bei Tom wissen wir allerdings, dass er im Rennen immer noch einen drauf packen kann und das hat er heute auch wieder gemacht. Er hat seine ganze Erfahrung ausgespielt und hat wirklich gekämpft bis zum Schluss. Er hatte das „Glück des Tüchtigen“ und ich freue mich unheimlich für das ganze Team und natürlich für Tom. Ich muss der ganzen Truppe ein großes Kompliment machen. Die Köpfe haben das ganze Wochenende geraucht, daher haben sie sich das sehr verdient. Letztendlich hatte Tom ein konkurrenzfähiges Motorrad zur Verfügung, welches er auch perfekt eingesetzte. Marcel zeigte zwar ebenfalls eine starke Performance, aber er war am Anfang zu weit hinten. Am Ende ist er sogar teilweise schnellere Runden gefahren, als die Spitze. Wenn er also eine bessere Startposition gehabt hätte, dann hätte er auch in der Führungsgruppe mitfahren können. Daran müssen wir jetzt anknüpfen und weitermachen. Als Team-Leader und mit einem Fahrer als WM-Führenden zum Heimrennen zu kommen ist natürlich super, ist aber auch einiger Druck, der auf unseren Schultern lastet. Wir freuen uns aber sehr darauf.”

Quelle und Bildnachweis:
© Intact GP – F. Glänzel powered by Nikon